Als Präsidentin der Kleinbauern Vereinigung setze ich mich für eine vielfältige, nachhaltige und bäuerliche Landwirtschaft ein. Das heisst für mich konkret:

Wir brauchen kleine und mittlere, vielfältige Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz….

Der Kanton Bern besteht aus ganz unterschiedlichen geografischen Gebieten und ist somit durch eine Vielfalt von Landwirtschaftsbetrieben geprägt. Dies ist in der ganzen Schweiz der Fall; kleine und mittlere Betriebe tragen massgeblich zur sicheren Versorgung und zur Erhaltung einer vielfältigen Landschaft bei. Dem wird mit der heutigen Landwirtschaftspolitik zu wenig Rechnung getragen. Immer noch werden nach dem Giesskannenprinzip Direktzahlungen auf die Flächen ausgeschüttet und so falsche Wachstumsanreize geschaffen, während kleine und mittlere Betriebe oft bei der Hofübergabe aufgegeben werden. Die flächenmässige Grösse eines Betriebes sagt nichts über die Wertschöpfung auf dem Betrieb aus, widerspiegelt weder die Anzahl Mitarbeitende, noch liefert sie Angaben über den realen Arbeitsaufwand oder den sozialen und kulturellen Wert des Betriebes in seiner Region. Die wahre Grösse eines Betriebs liegt in der Art und Weise wie die Betriebsleitenden ihren Hof bewirtschaften, dies muss künftig auch die Agrarpolitik erkennen!

… und auf der ganzen Welt

Die UNO hat das Jahr 2014 zum Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe erklärt. Seit 2008 mit dem Weltargarbericht, wird international eine ökologische, kleinbäuerliche Landwirtschaft gefordert. Im September 2013 legte die UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) nach. In ihrem Jahresbericht fordert auch sie einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft, weg von der industriellen Landwirtschaft, hin zu einer kleinbäuerlichen Produktion. Der UNCTAD-Bericht trägt den Titel «Aufwachen, bevor es zu spät ist!» und fordert Vielfalt statt Monokulturen, agrarökologische Methoden statt Mineraldünger und Pestizide - aber vor allem mehr Unterstützung für Kleinbauern. Schnelles Handeln sei geboten angesichts des Klimawandels und dessen Folgen für die landwirtschaftliche Produktion. Die Neuausrichtung der Landwirtschaft ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hier soll die Schweiz mit gutem Beispiel vorangehen! Offener Brief an Johann Schneider Amman
Weitere Informationen zum UNCTAD Bericht

Lokale Lebensmittel sind wichtig

Der direkte Kontakt zwischen Bauern und KonsumentInnen ist auch in unserer globalisierten Welt wichtig. Regionale Kreisläufe, das heisst Wochenmärkte, Hofläden, auf dem Hof verarbeitete Produkte, regionale Milchverarbeitung, Gemüseabos etc. sind vielen Menschen wichtig. Sie schätzen frische, lokal produzierte Lebensmittel, denn diese sind Ausdruck einer Region und viel mehr als konzentrierte Nährstoffe. Die KonsumentInnen gewinnen mehr Vertrauen in die Lebensmittel, die Bauern und Bäuerinnen verbessern die Wertschöpfung ihrer Produkte und das lokale Gewerbe hat Aufträge. So lässt sich auch die Lebensmittel-Verschwendung effektiv verringern. Wenn wir regional Angebautes und Verarbeitetes essen, profitieren alle.

Biologische Landwirtschaft müssen wir fördern

Wir müssen schon heute an alle kommenden Generationen denken und schonend mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Luft und Wasser umgehen. Link Bio Suisse auf die Seite Was bedeutet eigentlich bio ? (http://www.bio-suisse.ch/de/wasbedeuteteigentlichbio.php) Der heutige Ansatz des Direktzahlungssystems, Erschwernisse, tier- und umweltgerechte Produktion, sowie Leistungen für das Gemeinwohl abzugelten, fördert die ökologische Produktion. So trägt die Landwirtschaft, wie im Verfassungsartikel 104 gefordert, zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage und zur Pflege der Kulturlandschaft bei. Es gibt aber noch viel zu tun im Bereich nachhaltige Bewirtschaftung. Z.B. muss der Einsatz von Pestiziden drastisch reduziert werden, um langfristig einer Vielfalt an Nützlingen einen Lebensraum zu bieten.
Siehe dazu ausführlicher Bericht Bienen – Mehr als Honiglieferantinnen

Kulturland erhalten

Jährlich werden 40 Quadratkilometer Landwirtschaftsland, das entspricht der Fläche des Bielersees, verbaut. Oft sind es fruchtbarste Böden an guter Lage, welche der Landwirtschaft so verloren gehen. Die zunehmende Siedlungsfläche hat nicht nur mit der wachsenden Bevölkerung zu tun. In den meisten Kantonen nimmt die verbaute Fläche stärker zu, als die Bevölkerung wächst. Einige Gründe dafür sind die schlecht ausgenützte bestehende Siedlungsfläche, keine verdichtete Bauweise bei neuen Flächen und der gestiegene Flächenverbrauch pro Kopf. Die Ausdehnung der Siedlungsfläche macht wiederum einen Ausbau der Infrastruktur notwendig, was den Landverbrauch zusätzlich in die Höhe treibt. Am 3. März 2013 haben über 62 Prozent der Stimmbevölkerung das neue Raumplanungsgesetz angenommen. Die Bevölkerung hat sich damit für eine geordnete und schonendere Raumplanung ausgesprochen. Den Schwachstellen des bisherigen Gesetzes kann nun etwas entgegengesetzt und ein. Die Kleinbauern-Vereinigung setzt sich im Verein Haushälterische Bodennutzung für eine konsequente Umsetzung des neuen Raumplanungsgesetzes ein. Weitere Informationen zur Raumplanung